Bilanzpressekonferenz 2017

22.02.2017

Volksbank Freiburg feiert 150-jähriges Bestehen: Fokus auf Zukunftsthemen

Jubiläum unter dem Motto „Zukünfte“

Die Volksbank Freiburg begeht 2017 ein bedeutendes Jubiläum: Die Genossenschaftsbank wurde 1867 als Freiburger Gewerbebank gegründet und kann auf 150 Jahre erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurückblicken. In dieser Zeit hat sich das Kreditinstitut zu einem wichtigen Faktor für die Wirtschaft und das Gemeinwesen in der Region entwickelt.
Die genossenschaftliche Idee der Gründer und der Unternehmenszweck sind bis heute dieselben geblieben: Solidarität, Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung der mittelständischen Mitglieder und Kunden. Neben Wachstumsphasen hat die Volksbank Freiburg ihr Unternehmensmodell auch durch Krisenzeiten hinweg kontinuierlich auf die Zukunft ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund stellt die Genossenschaftsbank ihr Jubiläum unter das Motto „Zukünfte“ und widmet sich damit zentralen Themen, die Unternehmen und Menschen in der Region prägen und deren Zukunft beeinflussen. Hierfür hat die Volksbank Freiburg ein neues Online-Magazin entwickelt: Unter www.zukuenfte.de werden über das ganze Jahr hinweg Beiträge zu Zukunftsthemen veröffentlicht. Auf der Jubiläumsplattform sind seit Januar zahlreiche Interviews, Themen und Aktionen zu finden. Unter anderem haben die Redakteure mit Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx, mit Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon und mit dem Wirtschaftsexperten Prof. Dr. Lars Feld gesprochen. Auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Erzbischof Stephan Burger kommen zu Wort sowie Unternehmer und weitere Zukunfts-Macher in der Region.

Gute Geschäftsentwicklung in 2016 als Basis für Zukunftsaufgaben

Die Zukunftsthemen des Bankenmarkts kann die Volksbank Freiburg auf
der Basis einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung angehen. Für das
Geschäftsjahr 2016 verzeichnete das Kreditinstitut ein weiteres Wachstum.
Kredite und Einlagen sind gestiegen, das Betriebsergebnis vor Bewertung
liegt leicht unter dem sehr guten Vorjahresergebnis.

Die Bilanzsumme der Volksbank ist im Jahr 2016 um 2,1 Prozent auf 3,07 Mrd. Euro (Vorjahr 3,00 Mrd. Euro) gestiegen. Die Volksbank beschäftigt 512 Mitarbeiter und ist mit 32 Filialen in der Region vertreten.

Das betreute Kundenvolumen der Volksbank Freiburg ist um 3,5 Prozent auf 5,50 Mrd. Euro angewachsen. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden bei den Wertpapieranlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungsgeschäft.

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch 2016 unverändert hoch. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf 1,85 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 4,2 Prozent.

Die Kreditrisiken haben sich, dem Trend der letzten Jahre folgend, günstig entwickelt. Die Geschäftslage vieler Unternehmen in der Region ist gut, die Unternehmen verfügen weiterhin über eine ausreichende Liquidität.

Die bilanziellen Kundeneinlagen sind im Jahr 2016 um rund 3,9 Prozent angestiegen. Insgesamt verwaltet die Volksbank 2,40 Mrd. Euro (Vorjahr 2,34 Mrd. Euro) an Kundengeldern. Aufgrund der hohen Kundeneinlagen kann die Volksbank die Kreditvergabe unabhängig von einer Refinanzierung an den internationalen Kapitalmärkten gestalten.

Weiterhin positive Ertragslage

Das Zinsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr von 61,4 Mio. Euro auf 59,8 Mio. Euro gesunken. Trotz gutem Wachstum machen sich nun die Auswirkungen der Niedrigzinsphase bemerkbar. In den nächsten Jahren ist mit einem weiteren Zinsrückgang zu rechnen.

Das Provisionsergebnis beträgt 22,1 Mio. Euro (Vorjahr 22,8 Mio. Euro) und ist weitgehend stabil geblieben. Das Provisionsergebnis wird maßgeblich durch das Wertpapiergeschäft, das Bausparen, das Versicherungsgeschäft und den Zahlungsverkehr geprägt.

Die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand und Personalaufwand) erhöhten sich um 2,5 Mio. Euro und betrugen zum Jahresende 52,1 Mio. Euro. Dabei wurden für das Personal insgesamt 32,6 Mio. Euro (Vorjahr 31,3 Mio. Euro) aufgewendet. Der Mitarbeiterbestand ist mit 512 Mitarbeitern gegenüber dem Vorjahr (518 Mitarbeiter) leicht gesunken.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt knapp 30 Mio. Euro (Vorjahr 33 Mio. Euro). „Wir freuen uns über ein weiteres ertragsstarkes Jahr“, so Vorstandssprecher Uwe Barth.

Die Volksbank wird für das Jahr 2016 Steuerzahlungen aus dem Ergebnis in Höhe von circa 9,1 Mio. Euro leisten, davon rund 4,3 Mio. Euro an Gewerbesteuern.

Gute Kapitalausstattung

Die Volksbank Freiburg weist zum 31.12.2016 Eigenmittel in Höhe von 304 Mio. Euro aus. Damit ist die Volksbank gut kapitalisiert und verfügt über ausreichend Eigenkapital, um die seit 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Eigenkapitalvorschriften nach Basel III erfüllen zu können. „Somit sind wir auch künftig in der Lage, die Investitionen der heimischen Wirtschaft zu begleiten und eine langfristige Finanzierungssicherheit zu gewährleisten,“ erklärt Uwe Barth.

Volksbank Freiburg reagiert auf regulatorische Vorschriften, Niedrigzinsphase und fortschreitende Digitalisierung:

Anpassungen im Filialnetz und Ausbau digitaler Bankdienstleistungen

Der Bankenmarkt ist auch weiterhin geprägt von den Themen Niedrigzinsphase, fortschreitende Digitalisierung und zunehmende Regulierung. Diese Themen beeinflussen auch die Perspektiven und die Entwicklung der Volksbank Freiburg.
Perspektivisch rechnet die Volksbank Freiburg bis zum Jahr 2020, bedingt durch die anhaltende Niedrigzinsphase, mit deutlich rückläufigen Ergebnissen. Dieser Rückgang kann nicht allein durch Ertragssteigerungen und Wachstum aufgefangen werden. Vor diesem Hintergrund wird eine weitere Kostenreduzierung, vor allem im Filialnetz, erforderlich.
2016 hatte die Volksbank Freiburg mit den Standorten Ebringen, Pfaffenweiler und Landwasser drei Filialen geschlossen. Im Februar 2017 wurde zudem die Filiale in Titisee aufgegeben. Darüber hinaus sind im Jahr 2017 keine weiteren Filialschließungen geplant. „Wir werden in den nächsten Monaten unser Filialkonzept überarbeiten und Standortentscheidungen für 2018 und danach treffen. Eine entscheidende Rolle wird hier das Nutzungsverhalten der Kunden und damit die Rentabilität der Filialen spielen. Derzeit beobachten wir den anhaltenden Trend, dass unsere Kunden ihre Bankgeschäfte verstärkt über Online-Angebote tätigen und vor allem kleinere Filialen immer weniger genutzt werden,“ erklärt Stephan Heinisch, Vorstand für das Privatkundengeschäft.
Auf die zunehmende Digitalisierung und das sich dadurch veränderte Kundenverhalten reagiert die Volksbank Freiburg mit der Weiterentwicklung und dem Ausbau der digitalen Bankdienstleistungen. „Wir können im Wettbewerb jetzt und in Zukunft nur bestehen, wenn wir die klaren Anforderungen unserer Kunden nach einfachen und online verfügbaren Bankdienstleistungen erfüllen. Deshalb investieren wir konsequent in diesen Bereich. Wir werden aber eine Filialbank bleiben, die großen Wert auf eine hohe Qualität in der persönlichen Beratung und im Service legt. Wir arbeiten an einer ‚digitalen Regionalbank‘, die unsere digitalen und persönlichen Leistungen intelligent miteinander verzahnt, um den Kunden im Gesamtpaket umfassende und überall verfügbare Bankdienstleistungen zu bieten“, so Stephan Heinisch.

Reaktion auf Wettbewerb und Regulatorik: Negativzinsen für sehr hohe Guthaben

Als Reaktion auf regulatorische Vorschriften und die Wettbewerbssituation
hat die Volksbank Freiburg – wie bereits andere Banken in der Region – zum 1. Februar 2017 Negativzinsen eingeführt. Das heißt: Bei Kunden mit sehr hohen Guthaben sowie institutionellen Anlegern berechnet die Genossenschaftsbank Negativzinsen. „Bei der Erhebung der Negativzinsen nehmen wir durch hohe Freibeträge Rücksicht auf die Liquiditätsbestände unserer Kunden, die für den laufenden operativen Geschäftsbetrieb notwendig sind. Durch optimierte Konto-Disposition sowie geeignete alternative Anlageformen lassen sich in den meisten Fällen Negativzinsen vermeiden. Daher betrifft das Thema nur eine kleine Anzahl an Kunden“, erklärt Volker Spietenborg, Vorstand für das Firmenkundengeschäft. Grund für die Einführung der Negativzinsen sind die regulatorischen Vorschriften, durch die Banken für die entsprechenden Guthaben kurzfristig verfügbare Anlagen vorhalten müssen, die aktuell eine negative Rendite ausweisen. Zudem müssen Volksbanken für Guthaben bei der Bundesbank sowie bei dem Zentralinstitut DZ Bank selbst negative Einlagezinsen zahlen. „Bisher haben wir darauf verzichtet, diese Belastungen an unsere Kunden weiterzugeben. Aber seit Mitte 2016 konnten wir beobachten, dass kurzfristig abrufbares Kapital vermehrt auf unsere Volksbank übertragen wurde“, so Spietenborg. Sparguthaben bleiben auch weiterhin von Negativzinsen ausgenommen.

Firmenkunden- und Privatkundenberatung mehrfach ausgezeichnet

Neben dem Ausbau digitaler Dienstleistungen bleibt eine umfassende persönliche Beratung im Firmenkunden- und Privatkundenbereich zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells der Volksbank Freiburg. Für die Qualität ihrer Beratung wurde die Bank 2016 mehrfach ausgezeichnet: Beim Freiburger CityContest des Wirtschaftsmagazins Focus Money erhielt
die Volksbank Freiburg die Auszeichnung „Beste Bank in Freiburg“. Dabei belegte die Genossenschaftsbank in allen drei Testschwerpunkten – Privatkundenberatung, Firmenkundenberatung und Servicequalität – den ersten Platz. Den CityContest führt das Institut für Vermögensaufbau in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Focus Money durch. Bei dem Wettbewerb sind bundesweit Testkunden unterwegs, die Banken und Finanzdienstleister testen. Beim regionalen Test in Freiburg wurden insgesamt acht Finanzdienstleister verglichen. Erfolgreich getestet wurde auch die Beratung im Bereich Private Banking, die beim regionalen Bankenwettbewerb der Tageszeitung „Die Welt“ als Sieger hervorging. „Wir freuen uns, dass unsere Beratung über alle Kundenbereiche hinweg überzeugen konnte. Die durchweg guten Noten bestätigen den hohen Qualitätsstandard unserer Volksbank“, erklärt Uwe Barth.

Bauprojekt Bismarckallee: Umzug im Jubiläumsjahr
Aus dem Architektenwettbewerb der Volksbank Freiburg und des Breisgauer Katholischen Religionsfonds war 2016 der Entwurf des Architekturbüros Hadi Teherani als Sieger hervorgegangen. Aktuell liegen die Planungen auf Basis des Siegerentwurfs im Zeitplan. Im Sommer 2017 wird die Volksbank-Zentrale in das Interimsgebäude – das ehemalige Dresdner Bank- bzw. Commerzbank-Gebäude in der Bismarckallee – umziehen. Am genauen Zeitplan des Umzugs wird noch gearbeitet. Der Abriss der Zentrale soll im Frühjahr 2018 beginnen. „Wir freuen uns, dass wir im Jubiläumsjahr des 150-jährigen Bestehens im wahrsten Sinne des Wortes ‚den Weg frei machen‘ können für unser Bauprojekt und bald in die Phase der konkreten Umsetzung kommen. Auch das Neubau-Projekt ist für uns ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Volksbank Freiburg, als Regionalbank und als Arbeitgeber“, so Vorstandssprecher Uwe Barth.

Ausblick 2017

Die Volksbank Freiburg rechnet für das laufende Jahr 2017 mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Niedrigzinsphase wird sich nun deutlicher bemerkbar machen. Die Volksbank erwartet daher einen sich weiter abschwächenden Zinsüberschuss auf einem nach wie vor auskömmlichen Niveau. Das Betriebsergebnis wird sich voraussichtlich
leicht unter Vorjahresniveau befinden. Die gute heimische Konjunktur bietet grundsätzlich die Möglichkeit, die Geschäftstätigkeit im gewerblichen und wohnwirtschaftlichen Bereich weiter auszubauen.