Bilanzpressekonferenz 2016

17.02.2016

Der Vorstand der Volksbank Freiburg
Der Vorstand der Volksbank Freiburg informierte im Rahmen der Bilanzpressekonferenz über die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2015. V.l.: Vorstandssprecher Uwe Barth und die Vorstände Volker Spietenborg und Stephan Heinisch.

Volksbank Freiburg schafft eine gute Basis für künftige Herausforderungen

 

Die Volksbank Freiburg kann den Herausforderungen des Bankenmarkts aus einer Position der Stärke heraus begegnen. Die Genossenschaftsbank verzeichnet für das Jahr 2015 ein sehr gutes Betriebsergebnis und konnte das Vorjahresergebnis nochmals übertreffen.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 33,2 Mio. Euro. Im Vorjahr waren es 28,7 Mio. Euro. Das gute Ergebnis ermöglicht eine weitere Stärkung des Eigenkapitals. Aus dem Gewinn werden circa 18 Mio. Euro dem Eigenkapital zugeführt.

Die Bilanzsumme der Volksbank ist im Jahr 2015 um 6,4 Prozent auf   3,00  Mrd. Euro (Vorjahr 2,82 Mrd. Euro) gestiegen. Mit 140.000 Kunden und 34 Filialen vom Kaiserstuhl bis in den Hochschwarzwald gehört die Volksbank Freiburg zu den großen Genossenschaftsbanken in Deutschland.

Das betreute Kundenvolumen der Volksbank Freiburg ist im Jahr 2015 auf 5,35 Mrd. Euro angewachsen. Im Vorjahr konnte erstmals die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten werden. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden bei den Wertpapier-anlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungsgeschäft.

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch im Jahr 2015 hoch. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten korrigiert um Sondereffekte auf 1,72 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 4,9 Prozent.

Die gute Geschäftslage vieler Unternehmen in der Region kommt auch im Risikoaufwand der Volksbank zum Ausdruck. Die Kreditrisiken haben sich erneut unterdurchschnittlich entwickelt.

Die Kundeneinlagen sind im Jahr 2015 um rund 5 Prozent angestiegen. Insgesamt verwaltet die Volksbank 2,32 Mrd. Euro (Vorjahr 2,21 Mrd. Euro) an Kundengeldern. Aufgrund der hohen Kundeneinlagen kann die Volksbank die Kreditvergabe unabhängig von einer Refinanzierung an den internationalen Kapitalmärkten gestalten.

Der Wertpapierumsatz der Volksbank betrug 383 Mio. Euro und ist gegenüber dem Vorjahr um circa 6 Prozent gestiegen. Vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen für Spareinlagen waren besonders Investmentfonds mit breiter Risikostreuung im Fokus der Geldanleger.

 

Gute Ertragslage

Das Zinsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr von 56,9  Mio. Euro auf    61,4 Mio. Euro angestiegen. Vor allem das Wachstum im Kundengeschäft hat zu einer nochmaligen Steigerung des Zinsergebnisses beigetragen.

Das Provisionsergebnis beträgt 22,8 Mio. Euro und liegt ebenfalls über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 21,7 Mio. Euro). Das Provisionsergebnis wird maßgeblich durch das Wertpapiergeschäft, das Bausparen, das Versicherungsgeschäft und den Zahlungsverkehr geprägt.

Die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand und Personalaufwand) erhöhten sich um 0,8 Mio. Euro und betrugen zum Jahresende 49,68 Mio. Euro. Dabei wurden für das Personal insgesamt 31,3 Mio. Euro (Vorjahr 30,6 Mio. Euro) aufgewendet. Die Volksbank beschäftigt zum 31.12.2015 518 Mitarbeiter. Der Mitarbeiterbestand ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 33,2 Mio. Euro. Somit konnte das gute Ergebnis aus dem Vorjahr in Höhe von 28,7 Mio. Euro nochmals deutlich gesteigert werden.

Die Volksbank wird für das Jahr 2015 Steuerzahlungen aus dem Ergebnis in Höhe von circa 11,4  Mio. Euro leisten, davon rund 5,3 Mio. Euro an Gewerbesteuern.

 

Gute Kapitalausstattung

Die Volksbank Freiburg weist zum 31.12.2015  Eigenmittel in Höhe von   294 Mio. Euro aus. Damit ist die Volksbank gut kapitalisiert und verfügt über ausreichend Eigenkapital, um die seit 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Eigenkapitalvorschriften nach Basel III erfüllen zu können.

Somit ist die Volksbank auch künftig in der Lage, die Investitionen der heimischen Wirtschaft zu begleiten und eine langfristige Finanzierungssicherheit zu gewährleisten.

 

Firmenkundenberatung zweifach ausgezeichnet

Im letzten Jahr führte das Institut für Vermögensaufbau (IVA) in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Focus Money erstmals den CityContest Firmenkundenberatung in rund 200 Städten durch. In Freiburg besuchten Unternehmer, die als Testkunden fungierten, fünf Geldinstitute und ließen sich umfassend beraten. Bei diesem Test erreichte die Volksbank Freiburg mit der Gesamtnote 1,4 den Titel „Beste Firmenkundenberatung in Freiburg“ und war mit dieser Note eine der besten Banken Deutschlands.

Die Tageszeitung „Die Welt“ nahm 2015 ebenfalls die Firmenkundenberatung von Banken unter die Lupe. Auch bei diesem regionalen Bankenwettbewerb setzte sich der Firmenkunden-Bereich der Volksbank Freiburg durch und erreichte die Gesamtnote „Sehr gut“ (Note 1,15).

„Wir freuen uns, dass unsere Firmenkundenberatung bei beiden Bankentests überzeugen konnte. Die guten Noten bestätigen uns, dass wir unseren mittelständischen Firmenkunden eine hervorragende Beratungsqualität bieten“, so Firmenkunden-Vorstand Volker Spietenborg.

 

Volksbank Freiburg reagiert auf globale Herausforderungen im Bankenmarkt

Die Volksbank Freiburg steht, wie andere Regionalbanken, vor großen Herausforderungen. Die Niedrigzinsphase wird die künftige Ertragslage belasten. Weitere Herausforderungen bestehen durch die zunehmende Digitalisierung und das sich damit verändernde Verbraucherverhalten sowie die weiterhin steigenden regulatorischen Vorgaben, die aus der europäischen Harmonisierung des Finanzdienstleistungsmarktes resultieren.

Der Gesetzgeber hat in der Vergangenheit eine Reihe von regulatorischen Neuerungen auf den Weg gebracht, die einem einheitlichen Standard bei den europäischen Banken dienen sollen. Die Volksbank Freiburg kommt ihren Verpflichtungen nach und setzt diese konsequent um. Die Umsetzung erfordert einen hohen Aufwand im Bereich der Sach- und Personalkosten.

Deutliche Veränderungen bringt auch die zunehmende Digitalisierung mit sich. Bei der Nutzung von Serviceleistungen rund um das Girokonto stellen Kunden ihre Konten verstärkt auf Online-Nutzung um. Allein im letzten Jahr verzeichnete die Volksbank fast 12.000 Konten-Umstellungen auf das Online-Angebot. Auch die Zugriffe auf die VR Banking App sind gestiegen. Mittlerweile sind es rund 80.000 Zugriffe pro Monat.

„Aufgrund dieser Entwicklung  werden wir  im Jahr 2016 unsere Online-Filiale weiter ausbauen und noch mehr Funktionalitäten zur Erledigung der Bankgeschäfte von zuhause oder unterwegs bereitstellen. Damit erfüllen wir den Anspruch unserer Kunden nach einfachen und überall verfügbaren Bankdienstleistungen“, erklärt der für das Privatkundengeschäft zuständige Vorstand Stephan Heinisch.

Aufgrund der verstärkten Online-Nutzung werden die Filialen allgemein weniger frequentiert. Dies fällt bezüglich der Rentabilität besonders bei kleineren Filialen ins Gewicht. „In einigen Filialen verzeichnen wir heute nur noch drei bis fünf Vorgänge pro Stunde“, so Heinisch. „Dies können wir betriebswirtschaftlich nicht rechtfertigen.“

Unter Kostendruck geraten die Regionalbanken zudem durch den Rückgang der Zinserträge durch die Niedrigzinspolitik der EZB. Vor diesem Hintergrund muss sich die Volksbank Freiburg mit der Rentabilität ihres kostenintensiven Filialnetzes beschäftigen.

„Insgesamt hat unsere Volksbank eine gute Marktposition und ist hinsichtlich der Kosten- und Risikosituation gut aufgestellt. Diese positive Ausgangslage erlaubt uns, unser Filialnetz mit ruhiger Hand zu entwickeln und es maßvoll zu reduzieren. Dabei behalten wir, wie bisher, unsere Kunden im Blick. Das heißt wir werden auch künftig für unsere Kunden gut erreichbar bleiben und verstärken entsprechend dem Kundenverhalten unser Online-Angebot“, sagt Heinisch.

In diesem Jahr wird die Volksbank Freiburg vier Filialen schließen. „Dies wird aber erst in der zweiten Jahreshälfte geschehen. Sobald wir mit allen Beteiligten Gespräche geführt haben, werden wir die Öffentlichkeit informieren“, erklärt Heinisch.

Gleichzeitig investiert die Volksbank Freiburg aber auch in ihr Filialnetz. So eröffnet die Genossenschaftsbank im April ihre neue Filiale im Turm der Westarkaden. Die neue Filiale ersetzt dann die bisherige Vollfiliale am Bischofskreuz. Dort wurde bereits im vergangenen Jahr eine zusätzliche SB-Filiale eröffnet, um Kunden in diesem Stadtteil  weiterhin einen Zahlungsverkehr-Service bieten zu können.

 

Bauprojekt Bismarckallee: Stand der Planungen

Derzeit führen die Volksbank Freiburg und der Breisgauer Katholische Religionsfonds einen nicht offenen Architektenwettbewerb durch. Dabei gestalten 12 eingeladene Architektenbüros Entwürfe für das 0,6 ha große Bauareal an der Bismarckallee/Eisenbahnstraße. Zur geplanten Neubebauung gehören neben dem Bauvorhaben der Volksbank auch Sanierungs- und Baumaßnahmen des St. Ursula-Gymnasiums.

Als zentraler Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe soll ein modernes Verwaltungsgebäude für die Volksbank Freiburg sowie ein Hotel mit circa 150 Zimmern an der Eisenbahnstraße geplant werden. Parallel dazu besteht die Aufgabe einen Neubau für die bestehende Aula des St. Ursula Gymnasiums und ergänzende Büro- und Verwaltungsflächen zu gestalten. Ladengeschäfte im Erdgeschoss zur Eisenbahnstraße sollen die Bebauung ergänzen. Weitere Bestandteile sind die Planung eines attraktiven Schulhofs für das St. Ursula Gymnasium und einer gemeinsamen Tiefgarage für das Volksbank- und Schulareal.

Insgesamt wird ein Bauvolumen von 21.000 qm Bruttogeschossfläche (BGF) für die Volksbank, ergänzende Büroflächen, Hotel und Einzelhandelsflächen (jetzt ca. 18.300 qm) sowie 3.800 qm BGF für die Aula inklusive Verwaltungsbereiche angestrebt. Das Bauvorhaben ist mit dem Ziel verbunden, die Bismarckallee und die Eingangssituation zur Innenstadt über die Eisenbahnstraße deutlich aufzuwerten.

Das Preisgericht wird Ende Februar tagen und die eingereichten Entwürfe beurteilen. Die Volksbank wird die Architektenentwürfe vom 7. bis 11. März in der Zentrale der Volksbank Freiburg in der Bismarckallee ausstellen.

 

Ausblick 2016

Die Volksbank Freiburg rechnet für das laufende Jahr 2016 mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Niedrigzinsphase führt tendenziell zu einem Rückgang des Zinsertrages in den nächsten Jahren. Zudem rechnet die Volksbank mit einer guten Kreditnachfrage. Die niedrigen Zinsen, die Neigung zu Sachanlagen und der gute regionale Arbeitsmarkt bilden  auch im Jahr 2016 – wenn auch abgeschwächt – die Grundlage für weiteres Wachstum. Das Betriebsergebnis wird sich abschwächen, aber noch  auf einem guten und auskömmlichen Niveau bleiben.