Bilanzpressekonferenz 2015

5.03.2015

Vorstand der Volksbank Freiburg
Der Vorstand der Volksbank Freiburg informierte im Rahmen der Bilanzpressekonferenz über die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2014. V.l.: Vorstandssprecher Uwe Barth und die Vorstände Volker Spietenborg und Stephan Heinisch.

Deutliches Wachstum bei der Volksbank
 

Getragen von einem guten Kundengeschäft, sowohl bei der Kreditvergabe als auch bei den Kundeneinlagen, konnte die Volksbank Freiburg das betreute Kundenvolumen deutlich steigern. Auch im Ertrag konnte das bereits gute Vorjahr nochmals übertroffen werden.

Die Bilanzsumme der Volksbank ist im Jahr 2014 um 6,4 Prozent auf 2,82 Mrd. Euro (Vorjahr 2,65 Mrd. Euro) gestiegen. Mit 140.000 Kunden und 34 Filialen vom Kaiserstuhl bis in den Hochschwarzwald gehört die Volksbank Freiburg zu den großen Genossenschaftsbanken in Deutschland.

Das betreute Kundenvolumen der Volksbank Freiburg hat im Jahr 2014 erstmals die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden bei den Wertpapier-anlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungs-geschäft. Das betreute Kundenvolumen beträgt zum Ende des Jahres 5,07 Mrd. Euro (Vorjahr 4,82 Mrd. Euro).

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch im Jahr 2014 hoch. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf 1,64 Mrd. Euro (Vorjahr 1,57 Mrd. Euro). Dies entspricht einem Zuwachs von knapp 5 Prozent. Damit liegt die Volksbank über dem durchschnittlichen Kreditwachstum badischer Volksbanken. Insgesamt konnte die Volksbank 461 Mio. Euro an Krediten neu vergeben.

Besonders die Kreditfinanzierung für den Mittelstand hat sich erfreulich dargestellt. Haupttreiber der gewerblichen Kreditnachfrage waren Immobilieninvestitionen. Im zweiten Halbjahr konnte die Volksbank verstärkt Investitionen in die Erneuerung und Erweiterung der Anlagen des produzierenden Gewerbes beobachten.

Die Investitionstätigkeit des produzierenden Gewerbes war von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Auf der einen Seite sorgten die Ukrainekrise und die teilweise schwachen europäischen Absatzmärkte in Verbindung mit der Staatsschuldenkrise für Verunsicherung, auf der anderen Seite beflügeln die niedrigen Zinsen und die gute inländische Konsumnachfrage die Investitionstätigkeit.

Die gute Geschäftslage vieler Unternehmen in der Region kommt auch im Risikoaufwand der Volksbank zum Ausdruck. Die Kreditrisiken haben sich erneut unterdurchschnittlich entwickelt.

Ungebrochen zeigte sich auch im Jahr 2014 der Trend zur Wohnimmobilie. Die niedrigen Zinsen, die Neigung zu Sachanlagen und der gute regionale Arbeitsmarkt haben zu einer stabilen Nachfrage nach der privaten Bau-finanzierung geführt. Die Renovierung und die energetische Sanierung der eigenen vier Wände hat etwas an Dynamik verloren, steht aber weiterhin hoch im Kurs.

Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage sind die Immobilienpreise in Freiburg weiter gestiegen. Die Volksbank beobachtet im letzten Quartal 2014 eine leicht abgeschwächte Preisentwicklung im hochpreisigen Segment.

Die Kundeneinlagen sind im Jahr 2014 um rund 7 Prozent angestiegen. Insgesamt verwaltet die Volksbank 2,21 Mrd. Euro (Vorjahr 2,07 Mrd. Euro) an Kundengeldern. Aufgrund der hohen Kundeneinlagen kann die Volksbank die Kreditvergabe unabhängig von einer Refinanzierung an den internationalen Kapitalmärkten gestalten. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 sind die Kundeneinlagen um 560 Mio. Euro gestiegen.

Die Volksbank Freiburg wertet dies – auch vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase – als ein großes Vertrauen in ihr regionales Bankgeschäft.

Die Kunden bevorzugen nach wie vor sichere und kurzfristig verfügbare Geldanlagen. Dennoch haben Wertpapieranlagen (festverzinsliche Wertpapiere, Aktien, Fonds und Zertifikate) – nicht zuletzt aufgrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus – wieder an Bedeutung gewonnen.

Der Wertpapierumsatz der Volksbank betrug 361 Mio. Euro und ist gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent gestiegen. Besonders im Fokus der Geldanleger standen Investmentfonds mit einer breiten Risikostreuung und attraktiven Renditen sowie wertgesicherte Anlageformen.

Der Deutsche Akteinindex DAX ist seit Januar 2014 um circa 15 Prozent gestiegen. Die Volksbank beobachtet wieder eine verstärkte Aktivität der Kunden im Aktienmarkt, dennoch bleibt die Aktienquote deutscher Haus-halte im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich.

Nochmalige Steigerung des Ertrages

Das Zinsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr von 54,6 Mio. Euro auf 56,9 Mio. Euro leicht gestiegen. Vor allem das hohe Wachstum im Kunden-geschäft hat zu einer nochmaligen Steigerung des Zinsergebnisses beigetragen.

Das Provisionsergebnis beträgt 21,7 Mio. Euro und liegt ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 21,1 Mio. Euro). Das Provisions-ergebnis wird maßgeblich durch das Wertpapiergeschäft, das Bausparen, das Versicherungsgeschäft und den Zahlungsverkehr geprägt.

Die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand und Personalaufwand) erhöhten sich um 0,3 Mio. Euro und betrugen zum Jahresende 48,9 Mio. Euro. Dabei wurden für das Personal insgesamt 30,8 Mio. Euro (Vorjahr 30,5 Mio. Euro) aufgewendet. Die Volksbank beschäftigt unverändert zum Vorjahr 521 Mitarbeiter.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 28,7 Mio. Euro. Somit konnte das gute Ergebnis aus dem Vorjahr in Höhe von 26,4 Mio. Euro nochmals deutlich gesteigert werden.

Die Volksbank wird für das Jahr 2014 Steuerzahlungen aus dem Ergebnis in Höhe von circa 9,6 Mio. Euro leisten, davon rund 4,5 Mio. Euro an Gewerbesteuern.

Gute Kapitalausstattung

Die Volksbank Freiburg weist zum 31.12.2014 Eigenmittel in Höhe von 283 Mio. Euro aus. Damit ist die Volksbank gut kapitalisiert und verfügt über ausreichend Eigenkapital, um die seit 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Eigenkapitalvorschriften nach Basel III erfüllen zu können.

Somit ist die Volksbank auch künftig in der Lage, die Investitionen der heimischen Wirtschaft zu begleiten und eine langfristige Finanzierungs-sicherheit zu gewährleisten.

Bauprojekt Bismarckallee

Die Volksbank Freiburg beschäftigt sich derzeit intensiv mit den Planungen für eine neue Unternehmenszentrale in der Bismarckallee. Das bestehende Gebäude aus den frühen Siebzigerjahren kann wegen gravierender Schwachstellen nicht länger genutzt werden.

Derzeit prüft die Volksbank Freiburg die Sanierung oder den Neubau der Zentrale. Neben der notwendigen Erneuerung der Außenfassade, der gesamten Haustechnik sowie der Brandschutz-Maßnahmen erfordert die Erfüllung moderner energetischer Standards einen tiefgehenden Eingriff in das Gebäude, nahe einem Rohbauzustand.

Eine Sanierung der bestehenden Immobilie wäre zwar grundsätzlich möglich, würde aber gegenüber einem Neubau ein baulich, ökologisch und ökonomisch schlechteres Ergebnis liefern. Außerdem kann eine zukunftsweisende und motivierende Arbeitswelt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksbank in einem Neubau besser realisiert werden.

Die Volksbank Freiburg rechnet mit einer Entscheidung im Laufe dieses Jahres. Gespräche mit Entscheidungsträgern und Behörden der Stadt finden derzeit statt.

Ausblick 2015

Die deutsche Konjunktur entwickelt sich zu Jahresbeginn 2015 merklich besser als das noch im Herbst letzten Jahres absehbar war. Die Gründe dafür sind vor allem in der Ölpreis- und der Wechselkursentwicklung der letzten Monate zu sehen, die der deutschen Wirtschaft bereits zum Ende letzten Jahres einen Schub gegeben und auch die Perspektiven für das Frühjahr deutlich aufgehellt haben. Zusätzlich dürfte der milde Winter die Baukonjunktur beflügeln.

Mit dem Ölpreisverfall, der zwischen Anfang Oktober und Mitte Januar zu einer Halbierung des Weltmarktpreises für Rohöl (Brent in US-Dollar) geführt hat, sowie der beträchtlichen Abwertung des Euro im gleichen Zeitraum haben sich die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft stark zum Positiven verändert. Profiteure sind vor allem die deutschen Verbraucher, aber auch Unternehmen, besonders wenn sie stark im Außenhandel mit dem Nicht-EWU-Ausland engagiert sind.

Zu den für Deutschland externen Rahmenbedingungen kann auch die Geldpolitik der EZB gerechnet werden, die nicht nur den Eurokurs drückt, sondern auch maßgeblich für das extrem niedrige Zinsniveau verantwortlich zeichnet. Der deutsche Konsument sieht sich daher derzeit mit Bedingungen konfrontiert, die ihm das eingeübte Sparverhalten erschweren.

Die aktuelle konjunkturelle Aufwärtsbewegung wird die deutsche Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf 2015 noch tragen. Kurzfristig ist der private Verbrauch die Hauptstütze der Belebung. Der spürbar reduzierte Außenwert des Euro bietet der Industrie aber verbesserte Absatzchancen auf den Exportmärkten außerhalb der EWU.

Die Geschäftserwartung der südbadischen Unternehmen war zuletzt im Herbst 2014 etwas eingetrübt, dürfte sich aber vor dem Hintergrund der verbesserten Geschäftsaussichten wieder aufhellen.

Belastende Faktoren sind die Staatschuldenkrise mit dem derzeitigen Fokus auf Griechenland und den Parlamentswahlen in Spanien, Portugal und Großbritannien. Alle drei Wahlen gelten als richtungsweisend für die weitere Zukunft der EU. Die unsichere Entwicklung in der Ukraine hemmt die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die leichte Erholung der Energiepreise in den letzten Wochen könnte eine Belastung darstellen, wenn sich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum fortsetzt.

Nach aktuellen Prognosen der DZ Bank wird die deutsche Konjunktur in den kommenden Quartalen zwischen 1,5 und 2 Prozent wachsen. Das Wachstum ist zwar erfreulich, dennoch bleibt das Wachstum im außereuropäischen Vergleich zurück.

Die Volksbank Freiburg rechnet für das Jahr 2015 mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Niedrigzinsphase führt tendenziell zu einem Rückgang des Zinsertrages in den nächsten Jahren. Zudem rechnet die Volksbank mit einer nach wie vor guten Kreditnachfrage in der Region und stabilen Kundeneinlagen. Das Betriebsergebnis wird voraussichtlich unter dem Jahr 2014 liegen, aber ein nach wie vor hohes und zufriedenstellendes Niveau ausweisen.