Bilanzpressekonferenz 2018

Gute Geschäftsentwicklung mit erneutem Wachstum - Neue Angebote und Reduzierung des Filialnetzes

15.02.2018

Hohe Nachfrage bei den Kundenkrediten

Die Volksbank Freiburg berichtet über ein weiteres gutes Geschäftsjahr mit hoher Nachfrage nach Krediten. Das Zinsergebnis ist aufgrund der Niedrigzinsphase gesunken. Dank gestiegener Provisionseinnahmen und gesunkener Verwaltungsaufwendungen liegt das Betriebsergebnis vor Bewertung dennoch auf dem guten Vorjahresniveau.

Die Bilanzsumme der Volksbank ist im Jahr 2017 um 2,5 Prozent auf 3,15     Mrd. Euro (Vorjahr 3,07 Mrd. Euro) gestiegen. Die Volksbank beschäftigt 480 Mitarbeiter.

Das betreute Kundenvolumen der Volksbank Freiburg ist um 3,8 Prozent auf 5,80 Mrd. Euro angewachsen. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden bei den Wertpapieranlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungsgeschäft.

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch im Jahr 2017 hoch. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf 2,00 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 8,4 Prozent. Insgesamt wurden Kredite in Höhe von knapp 600 Mio. Euro neu vergeben.

Die bilanziellen Kundeneinlagen sind im Jahr 2017 um rund 3,3 Prozent  auf 2,34 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Rückgang ist vor allem auf Umschichtungen aus den Spar-, Geld- und Termineinlagen im Wertpapierbereich zurückzuführen. Die Wertpapieranlagen der Kunden sind um nahezu 20 Prozent gestiegen. Vor allem institutionelle Anleger haben vor dem Hintergrund der teilweise negativen Zinsen an den Geld- und Kapitalmärkten verstärkt auf Wertpapieranlagen wie Anleihen und Aktien zurückgegriffen.

Gute Ertragslage

Das Zinsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr von 60,0 Mio. Euro auf 58,8 Mio. Euro gesunken. Trotz gutem Wachstum machen sich nun die Auswirkungen der Niedrigzinsphase bemerkbar. In den nächsten Jahren ist mit einem weiteren Zinsrückgang zu rechnen.

Das Provisionsergebnis beträgt 23,9 Mio. Euro (Vorjahr 22,2 Mio. Euro) und ist um über 7 Prozent angestiegen. Das Provisionsergebnis wird maßgeblich durch das Wertpapiergeschäft, das Bausparen, das Versicherungsgeschäft und den Zahlungsverkehr geprägt.

Die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand und Personalaufwand) reduzierten sich von 51,7 Mio. Euro auf 51,2 Mio. Euro. Dabei wurden für das Personal insgesamt 32,4 Mio. Euro (Vorjahr 32,0 Mio. Euro) aufgewendet.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt knapp 30 Mio. Euro und liegt somit auf der Höhe des Vorjahres. „Wir freuen uns über ein weiteres ertragsstarkes Jahr“, so Vorstandssprecher Uwe Barth.

Gute Kapitalausstattung

Die Volksbank Freiburg weist zum 31.12.2017  Eigenmittel in Höhe von   308 Mio. Euro aus. Das Kernkapital ist deutlich von 223 Mio. Euro auf 237 Mio. Euro gestiegen. Damit ist die Volksbank gut kapitalisiert und verfügt über ausreichend Eigenkapital, um die bestehenden Eigenkapitalvorschriften nach Basel III erfüllen zu können.

Volksbank Freiburg stellt sich dem Strukturwandel

Die dauerhaft niedrigen Zinsen und das veränderte Kundenverhalten führen zu einem tiefgreifenden Strukturwandel bei den Volks- und Raiffeisenbanken. Darüber kann auch die gegenwärtig gute Ertragslage der Volksbank Freiburg nicht hinwegtäuschen.

„Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, damit wir nicht nur ein starker und verlässlicher Partner des Mittelstandes bleiben, sondern auch unsere Existenz langfristig sichern“, erklärt Vorstandssprecher Uwe Barth.

Der Ertragsrückgang durch die niedrigen Zinsen kann im derzeitigen Verdrängungswettbewerb nicht alleine durch Wachstum und neue Dienstleistungen aufgefangen werden. Um den langfristigen und erfolgreichen Fortbestand der Volksbank zu sichern, müssen auch laufende Kosten reduziert und Strukturen verändert werden. Die Volksbank Freiburg nutzt die Digitalisierung und Automatisierung, um innerbetriebliche Abläufe zu optimieren und zu verschlanken. Diese Maßnahmen sind wichtig, damit die Kostenstrukturen auch zu künftigen Erträgen passen.

Gleichzeitig hat sich das Kundenverhalten in den letzten Jahren grundlegend verändert. Die Entwicklung, dass Kunden ihre Bankgeschäfte immer häufiger online – sei es von zuhause aus oder mobil von unterwegs – erledigen, hält unvermindert an. Zusätzlich werden Filialen häufig nicht mehr am Wohnort besucht, sondern auf dem Weg zur Arbeit oder auf Besorgungsgängen.

Wie bereits letztes Jahr angekündigt, hat die Volksbank Freiburg deshalb das gesamte Geschäftsgebiet und das Kundenverhalten umfangreich analysiert und ausgewertet. „Vor allem die mitarbeiterbedienten Services wie Ein- und Auszahlungen an der Kasse, Überweisungen oder Dauerauftragsänderungen in den Filialen sind seit 2015 um fast 30 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sind die Online-Transaktionen im selben Zeitraum um über 22 Prozent gestiegen“, erklärt der für das Privatkundengeschäft zuständige Vorstand Stephan Heinisch.

Ausbau neuer Services und digitaler Angebote

Das Ziel der Volksbank Freiburg ist es, vielseitige zeitgemäße Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Kunden sollen selbst wählen können, wie sie die Bank erreichen möchten. Dazu Vorstandssprecher Uwe Barth: „Wir bieten unseren Kunden die nahtlose Kombination der verschiedenen Kontaktmöglichkeiten - ob von der Wohnzimmercouch per Tablet oder Smartphone, vom Büro aus über den PC oder das Telefon oder eben ganz persönlich in einer unserer Filialen. Der Kunde kann immer den für ihn in seiner momentanen Situation passenden Weg wählen, der am nächsten Tag schon wieder ein anderer sein kann.“

Dazu beitragen soll auch die neue persönliche Beratung per Telefon und Internet „vob@now“. Damit macht die Volksbank Freiburg ihre ausgezeichnete persönliche Beratung deutlich flexibler. „Kunden können sich von jedem beliebigen Ort aus mit Hilfe eines Computers, Tablets oder Smartphones über das Internet auf den Bildschirm eines vob@now-Beraters schalten. In Kombination mit dem Telefon ist so eine ortsunabhängige, persönliche Beratung – wie in einer Filiale – in allen finanziellen Fragen möglich“, so Vorstand Stephan Heinisch. Der neue Service steht ab dem 1. Juli 2018 Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 19 Uhr zur Verfügung.

Um ihre Kunden beim Umgang mit digitalen Angeboten zu unterstützen, hat die Volksbank Freiburg im vergangenen Jahr zudem fünf Mitarbeiter zu speziellen Online-Serviceberatern ausgebildet. Diese bieten Kunden vor Ort in persönlichen Gesprächen Beratung und Unterstützung rund um die digitalen Servicedienstleistungen.

Für weniger mobile Kunden besteht bereits heute ein Bargeld-Bringdienst: Gegen eine Servicepauschale wird einmal im Monat der Wunschbetrag den Kunden direkt nach Hause gebracht.

Zusätzlich steht ab dem 1. April 2018 der Telefon-Service der Volksbank Freiburg rund um die Uhr, sieben Tage die Woche zur Verfügung.

Anpassungen der Filialstruktur

Der permanente Kostendruck und das veränderte Kundenverhalten führen zwangsläufig auch zu einer Verkleinerung des Filialnetzes. Dennoch bleiben die Filialen der Volksbank Freiburg weiterhin ein wichtiger Baustein in der Geschäftspolitik als regionale Genossenschaftsbank.

„Auch bei einem reduzierten Filialnetz werden wir gut erreichbar sein. Dabei investieren wir in gut erreichbare Standorte und konzentrieren uns auf weniger, aber sehr gut ausgestattete Filialen mit breitem Angebot“, erklärt Vorstand Stephan Heinisch.

Vor diesem Hintergrund wird die Volksbank Freiburg weniger frequentierte Filialen im gesamten Geschäftsgebiet schließen.

Ab dem 3. April 2018 werden im Schwarzwald die Filialen Breitnau und Todtnau geschlossen. Die Filiale in St. Märgen wird in einen neuen Filialtyp mit Beratungsbüro und Geldautomat umgewandelt. Die Fahrtzeit für die Kunden zu den verbleibenden Filialen beträgt damit zukünftig bis zu zehn Minuten.

Im Kaiserstuhl werden zum 2. Mai 2018 die Filialen Forchheim, Wyhl, Riegel, Bahlingen und Königschaffhausen geschlossen. Durch das bisher sehr engmaschige Filialnetz haben die meisten Kunden bereits regelmäßig mehrere Filialen genutzt. Auch die Fahrtzeiten zu den Filialen Endingen oder Sasbach betragen maximal zehn Minuten.

Zudem hat sich die Volksbank entschieden in Freiburg zum 3. April 2018 die Filiale Weingarten zu schließen, da diese in der unmittelbaren Nähe zu den Filialen Rieselfeld und Haslach liegt.

Bauprojekt Volksbank-Areal im Zeitplan
Nach dem Umzug von rund 250 Mitarbeitern der Volksbank Freiburg in das Interimsquartier in der Bismarckallee 18-20 schreitet seit November 2017 der Abbruch der alten Zentrale voran. Mittlerweile sind große Teile des Gebäudes bereits abgetragen. Bis zum Sommer 2018 wird der Abbruch andauern. Die Grundsteinlegung für das neue Gebäude nach dem Entwurf von Hadi Teherani ist für den Herbst geplant. 2021 soll die Fertigstellung und der Bezug des neuen Gebäudes erfolgen.

„Der Neubau ist für uns ein wichtiger Schritt als Regionalbank und als attraktiver Arbeitgeber. Kunden werden eine moderne Service- und Beratungsumgebung vorfinden, Mitarbeiter eine zukunftsweisende und motivierende Arbeitswelt“, so Vorstandssprecher Uwe Barth.

Auf dem Volksbank-Areal entsteht ein modernes Verwaltungsgebäude für die Volksbank Freiburg sowie ein Hotel mit rund 150 Zimmern. Verschiedene Ladengeschäfte im Erdgeschoss zur Eisenbahnstraße

werden die Bebauung ergänzen. Parallel entsteht mit dem Breisgauer Katholischem Religionsfonds ein Neubau für die Aula des St. Ursula Gymnasiums und eine gemeinsame Tiefgarage.

 

Ausblick 2018

Die Volksbank Freiburg rechnet für das laufende Jahr 2018 mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Niedrigzinsphase wird sich nun deutlicher bemerkbar machen. Die Volksbank erwartet daher einen weiter rückläufigen Zinsüberschuss. Das Betriebsergebnis wird sich abschwächen, verbleibt aber auf einem nach wie vor auskömmlichen Niveau.